Viele kleinere Zwergbuntbarsch-Arten können bereits in Aquarien ab 54 bis 60 Litern (entspricht einer Kantenlänge von 60 cm) paarweise gehalten werden. Voraussetzung für ein so kleines Becken ist allerdings eine sehr gute Strukturierung mit Sichtschützen und Reviergrenzen.
Einfach zu pflegende Buntbarsche (Cichliden) für kleinere Aquarien
Bei Buntbarschen denkt man oft an große Fische in noch größeren Aquarien. An eine aufwändige Pflege oder komplizierte Fütterungsmethoden. Natürlich gibt es auch solche Vertreter in der Welt der Buntbarsche. Doch die Barsch-Aquaristik bietet auch Arten, die relativ einfach in der Pflege sind und auch für Anfänger gut machbar. Und das sogar in kleinen Aquarien zwischen 60 cm und 80 cm Kantenlänge. Ein paar dieser Arten möchten wir dir im Folgenden vorstellen.
Dabei versuchen wir, nicht nur bekannte Arten zu erwähnen sondern auch einige Raritäten oder frisch im Hobby bekannte Arten zu präsentieren. Denn wir möchten unseren Shop auch immer als Plattform nutzen, um liebenswerte aber unbekannte Zierfische vorzustellen.
Kleine Buntbarsche für verschiedene Aquarientypen
Alle unsere Empfehlungen eignen sich sowohl für ein klassisches Südamerika-Aquarium als auch für ein Gesellschaftsbecken. Dies können wir deshalb behaupten, weil wir bei der Auswahl der Arten darauf geachtet haben, dass sie pflegeleicht und tolerant gegenüber vieler Wasserwerte sind. Ausnahmen sind selbstverständlich Vertreter aus dem Malawi- oder Tanganjikasee. Diese sind meist nicht für gemischte Gesellschaftsbecken geeignet aber dennoch pflegeleicht.
Gelber Malawibuntbarsch (Labidochromis caeruleus yellow)
Der Klassiker unter den Malawibuntbarschen. Dabei extrem pflegeleicht und anpassungsfähig. Ein absoluter Einsteiger-Fisch in die Malawiaquaristik. Sogar die Zucht ist relativ einfach möglich, sofern die Parameter passen. Bereits ein 80 cm Becken ist ausreichend.
Agassiz Zwergbuntbarsch "Alenquer" (Apistogramma agassizii var. alenquer)
A. agassizii ist ebenfalls ein Klassiker in der Aquaristik, nur eben aus Südamerika. Hier stellen wir dir eine besonders hübsche Zuchtform vor. Mit blauem Körper und roter Schwanzflosse ist er nicht nur pflegeleicht sondern auch attraktiv. Ein Aquarium ab 80 cm reicht für die Haltung aus.
Opal Zwergbuntbarsch (Apistogramma borelli Opal)
Ein weiterer pflegeleichter Buntbarsch aus Südamerika. Diese Art bleibt kleiner und kann daher sogar in einem Becken ab 60 cm Kantenlänge gut gepflegt werden. Das ist optimal für Anfänger, da das die Standardgröße der im Handel erhältlichen 54-Liter-Komplettsets ist.
Gebänderter Schneckenbuntbarsch (Neolamprologus brevis)
Nun möchten wir dir einen kleinen Buntbarsch aus dem afrikanischen Tanganjikasee vorstellen. Dieser kleine Schneckenbarsch benötigt ungefähr 80 Liter Wasservolumen. Damit liegt er genau zwischen den beiden Standard-Aquariumgrößen 54 Liter und 112 Liter. Die Pflege ist für Anfänger gut möglich, wenn du ein paar seiner Vorlieben erfüllst. Beispielsweise Sandboden und leere Schneckenhäuser.
Thomas' Prachtbarsch / Afrikanischer Schmetterlingsbuntbarsch (Anomalochromis thomasi)
Dieser kleine Buntbarsch aus Westafrika fliegt etwas unter dem Radar, ist also vielen unbekannt. Dabei ist er ein sehr pflegeleichter und prächtiger Vertreter der Cichliden. Ihm reicht ebenfalls ein Aquarium ab 80 Litern Inhalt. Auch für Anfänger ist die Haltung gut durchführbar.
Häufige Fragen
Als besonders robust und anfängerfreundlich gelten der Kakadu-Zwergbuntbarsch (Apistogramma cacatuoides) und der Borellis Zwergbuntbarsch (Apistogramma borellii). Sie stellen keine extremen Anforderungen an die Wasserwerte und verzeihen kleinere Pflegefehler deutlich besser als andere Arten.
Nein, davon wird dringend abgeraten. Zwergbuntbarsche sind, besonders während der Brutzeit, extrem territorial. In einem kleinen Aquarium unter 100-120 cm Kantenlänge führen mehrere Reviere unweigerlich zu massivem Dauerstress und schweren Kämpfen. Halte in kleinen Becken daher immer nur ein Paar oder einen Harem einer einzigen Art.
Optimal sind friedliche, im mittleren oder oberen Bereich schwimmende Fische wie kleinere Salmler (z. B. Funkensalmler) oder Bärblinge. Sie dienen als sogenannte 'Feindfische', die den Barschen durch ihre Anwesenheit Sicherheit signalisieren. Auf bodenlebende Beifische wie Panzerwelse sollte man in kleinen Aquarien wegen potenzieller Brutpflege-Konflikte eher verzichten.
Wichtig sind ein feiner, idealerweise dunkler Sandboden, da viele Arten den Boden nach Futter durchkauen, sowie eine dichte Randbepflanzung. Zudem müssen ausreichend Verstecke aus Wurzeln und Höhlen vorhanden sein. Höhlenbrüter wie die Apistogramma-Arten benötigen zwingend enge Bruthöhlen wie Kokosnussschalen oder Tonröhren mit kleinem Eingang.
Der klassische Südamerikanische Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi) ist zwar wunderschön, aber leider recht empfindlich. Er benötigt extrem keimarmes, sehr weiches und saures Wasser sowie konstant hohe Temperaturen über 27 °C. Für Anfänger ist er daher weniger geeignet. Eine robustere Alternative für Einsteiger ist der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch (Anomalochromis thomasi).
Zwergbuntbarsche ernähren sich carnivor (fleischfressend). Am besten füttert man sie einmal täglich abwechslungsreich mit Frost- und Lebendfutter wie Artemia, Daphnien, Cyclops oder weißen Mückenlarven. Hochwertiges Granulat oder spezielles softes Cichliden-Futter wird meist ebenfalls akzeptiert, sollte aber nicht die ausschließliche Nahrung sein.
Ja, der westafrikanische Purpurprachtbarsch ist einer der robustesten und farbenfrohsten Buntbarsche für Einsteiger. Ein Paar lässt sich wunderbar in Aquarien ab 80 cm Kantenlänge (ca. 112 Liter) pflegen. Sie stellen kaum Ansprüche an die Wasserwerte und sind sehr vermehrungsfreudig. Da sie Höhlenbrüter sind, benötigen sie lediglich eine passende Brutbude (z. B. eine umgedrehte Kokosnuss) und eine gute Strukturierung im Becken.
Hier ist Vorsicht geboten: Ein „kleines“ Aquarium bedeutet in der Malawi-Aquaristik etwas anderes als bei Zwergbuntbarschen. Für den beliebten Labidochromis caeruleus ('Yellow') liegt die absolute Untergrenze bei 200 bis 250 Litern (ab 100 cm Kantenlänge). In kleineren Standardbecken (wie 60 oder 80 Litern) dürfen Malawi-Cichliden niemals gehalten werden, da sie viel Schwimmraum, hartes Wasser und Steinaufbauten sowie die Haltung in einer Gruppe (Harem) erfordern.